Tölt

Tölt gesucht! So hat es bei meinem Isländer Loki geklappt

Du möchtest, dass dein Isländer töltet, doch es klappt noch nicht? Hier berichte ich, was ich getan habe um bei meinem Isländer Loki den Tölt zu finden. 

Inhaltsverzeichnis

Vertrauen und Körperspannung

Bei meinem Isländer Loki war es genauso. Viele meinten bereits, er sei schlichtweg kein Tölter. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir den Tölt gemeinsam gefunden haben. Doch was habe ich anders gemacht? Warum zeigte Loki den Tölt erst bei mir, obwohl er jahrelang keinen einzigen Töltschritt gemacht hatte?

Es lag nicht an einer magischen Übung. Es lag an Dingen, an die man im ersten Moment gar nicht denkt – oder die viel zu oft außer Acht gelassen werden.

Bei Loki ging schlichtweg nichts ohne Vertrauen. Daran habe ich als Allererstes gearbeitet. Loki musste lernen, dass er bei mir sicher ist, nicht auf Dauerstress laufen muss und vor allem: dass er die mentale und körperliche Spannung loslassen darf. Solange ein Pferd innerlich blockiert und dauerhaft angespannt ist, hat es gar keine Möglichkeit, in einen lockeren Tölt zu finden.

Nachdem wir die Basis gelegt hatten und er mir vertraute, blieb der Tölt aber immer noch aus…

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Der gründliche Arzt-Check

Eine Ankaufsuntersuchung, wie man sie in Deutschland kennt, gibt es auf Island so nicht. Als ich die Möglichkeit hatte, ließ ich Loki von einem Tierarzt gründlich durchchecken – mit erschreckendem Ergebnis: Er litt unter sehr starken Schmerzen. Durch ungeschliffene Zähne hatte er viele schmerzhafte Wunden im Maul, da die Zähne lange nicht kontrolliert wurden. Zudem hatten sich am Schlauch viele Steine angesammelt, die ihm ständig wehtaten.

Nachdem die Zähne geglättet, die Wunden verheilt und die Steine entfernt waren, ging es Loki sichtlich besser. Zeitgleich veränderte sich sogar sein gesamter Charakter: Auf einmal hatte ich einen entspannten, fast unerschrockenen Partner an meiner Seite, auf den ich mich immer verlassen kann.

Doch der Tölt? Fehlte weiterhin…

Das passende Equipment

An Lokis Rücken kann man bis heute sehen, dass er in der Vergangenheit unpassende Sättel tragen musste – er hat weiße Stellen in der Sattellage. Ein rundum passendes Equipment ist das A und O für jedes Pferd.

An dieser Stelle gebe ich bewusst keine konkrete Empfehlung für ein bestimmtes Modell, denn jedes Pferd ist individuell aufgebaut. Besprich die Sattelauswahl am besten immer mit einem erfahrenen Sattler oder Trainer.

Doch selbst mit passendem Equipment: immer noch kein Tölt…

Der Hufbeschlag – Das Zünglein an der Waage

Am Ende machte der richtige Beschlag den entscheidenden Unterschied. Nachdem alle gesundheitlichen und mentalen Baustellen geklärt waren, bekam Loki vorne 6 mm und hinten 10 mm schwere Eisen. Das höhere Gewicht hinten hilft ihm von der Mechanik her, den Tölt überhaupt erst zu finden und die Beine passend zu sortieren.

Wichtig ist mir hierbei: Trotz des Beschlags darf der gesundheitliche Aspekt niemals vergessen werden! Ich bin mir sicher, dass vor mir schon andere die Idee mit den schwereren Eisen hatten. Aber unter Schmerzen oder mit blockiertem Rücken kann kein Pferd der Welt tölten.

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Der eigene Tölt-Sitz

Erst als Loki den Tölt physisch und mental überhaupt anbieten konnte, kam der Reitersitz ins Spiel. Bevor ich Loki hatte, bin ich zwar in Tourismusbetrieben getöltet, aber den richtigen, funktionellen Tölt-Sitz habe ich nie gelernt.

Erst durch die Hilfe meiner Trainerin habe ich mir einen Sitz erarbeitet, der Loki wirklich unterstützt. Dieser Sitz hilft mir heute nicht nur dabei, Lokis Tölt weiter zu festigen, sondern auch im Training mit Jungpferden. Wenn du die Möglichkeit hast, hol dir eine gute Trainer-Unterstützung an die Seite – eine feine Sitzkorrektur kann Welten verändern.

Ich hoffe, ich konnte dir mit Lokis Geschichte ein paar Denkanstöße geben – vor allem für Stellschrauben, an die man nicht sofort denkt. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und Freude beim Erarbeiten des Tölts mit deinem Isländer!

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