Gebiss Kauf - was sollte man Wissen
Beim Gebiss Kauf kann man schnell den Überblick verlieren – die Auswahl ist riesig und nicht jedes Gebiss passt zu jedem Pferd. In diesem Beitrag teile ich meinen eigenen Gebiss-Fehlkauf mit dir, zeige dir, worauf es beim Gebiss Kauf wirklich ankommt und wie du die richtige Gebisslänge bei deinem Pferd ganz einfach nachmisst.
Inhaltsverzeichnis
Mein Fail: Ein zu großes Gebiss
Bisher musste ich mir ehrlich gesagt noch nie selbst ein Gebiss kaufen. Auf Island ist es völlig normal, dass Gebisse im Stall einfach durchgetauscht und ausprobiert werden. Auch auf der Farm, auf der ich Loki gefunden und vor dem Schlachter gerettet habe, konnte ich verschiedene Gebisse testen. Die finale Entscheidung habe ich damals allerdings alleine getroffen.
Als ich dachte, das perfekte Gebiss gefunden zu haben, habe ich es mir aus Deutschland bestellt. Mein großer Fehler dabei: Ich habe mich für ein viel zu großes Gebiss entschieden.
Die Folge ließ nicht lange auf sich warten: Loki fing an, extrem auf dem Gebiss herumzukauen. Dadurch entstanden im Material scharfe Kanten, die im Pferdemaul gefährlich werden konnten – am Ende konnte ich das neue Gebiss direkt in den Müll werfen. Ein klassischer Fehlkauf!
Damit mir das nicht noch einmal passiert, habe ich mir professionelle Hilfe geholt und mich mit einer Trainerin ausgetauscht. Sie lieh mir für unseren Unterricht eines ihrer eigenen Gebisse zum Testen. Gemeinsam haben wir hingeschaut, das Verhalten von Loki analysiert und schließlich das passende Gebiss ausgewählt und gekauft. Das Ergebnis: Loki läuft heute absolut zufrieden damit.
Professionelle Hilfe: Jedes Pferd ist individuell
Mein wichtigster Rat – den mir auch meine Trainerin ans Herz gelegt hat: Holt euch Hilfe von Profis!
Fragt Menschen, die sich wirklich mit der Anatomie und der Gebisskunde auskennen – sei es euer Trainer, die Pferdedentalpraktikerin (Zahnarzt) oder erfahrene Reiter aus eurem Umfeld. Heutzutage gibt es eine schier unendliche Auswahl an Gebissen, Materialien und Formen. Da verliert man leicht den Überblick und was beim Stallnachbarn perfekt funktioniert, kann bei deinem Pferd schon Unwohlsein auslösen.
Mein persönliches Highlight nach unserer Testphase: Ich nutze für Loki aktuell das doppelt gebrochene Ausbildungsgebiss von Loesdau*. Damit läuft er rundum zufrieden und kaut entspannt.
Wie misst man eigentlich die richtige Gebisslänge?
Für das Ausmessen am Pferdemal gibt es einen denkbar einfachen Trick, den du direkt im Stall nachmachen kannst:
Das Hilfsmittel: Nimm dir eine weiche Schnur, einen schmalen Lederriemen oder etwas Ähnliches.
Im Pferdemaul anlegen: Lege die Schnur wie ein Gebiss in die zahnfreie Lücke (Laden) des Pferdemauls.
Punkte markieren: Halte die Schnur auf beiden Seiten genau an den Maulwinkeln (der Einrahmung) mit den Fingern fest.
Nachmessen: Zieh die Schnur heraus und miss den Abstand zwischen deinen beiden Fingern mit einem Zollstock, Lineal oder Maßband. Schon hast du deine Zentimeterangabe!
Ganz wichtig (und mein persönliches Learning): Die Länge eines Gebisses wird immer nur vom Mundstück selbst gemessen – von der Innenseite des einen Rings zur Innenseite des anderen Rings. Die Gebissringe werden niemals mitgemessen! Das wusste ich vorher selbst nicht.
* Affiliate Links / Werbung
Wenn du darüber einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich und du unterstützt meine Arbeit direkt.
Vielen Dank dafür!
